Viele Fragen beim Teichbau beginnen mit: „Was brauche ich für 15, 30 oder 50 m³?“ Eine seriöse Planung hängt immer von Form, Besatz, Filterkonzept, Rohrwegen und gewünschter Umwälzung ab. Trotzdem helfen Beispielgrößen dabei, ein Gefühl für die Technik zu bekommen.
Die folgenden Varianten sind deshalb Orientierungsbeispiele und keine pauschalen Baupläne.
Grundlage: DN110-Bodenabläufe und Skimmer in Schwerkraft
Für einen DN110-Bodenablauf rechne ich in Schwerkraft typischerweise mit etwa 10 bis 12 m³/h. Ein Skimmer liegt häufig bei etwa 9 bis 10 m³/h. Daraus lässt sich eine sinnvolle Anzahl der Zuläufe ableiten.
Beispiel 1: Koiteich mit etwa 15 m³
- 1 × DN110-Bodenablauf
- 1 × DN110-Skimmer
- Gesamtdurchfluss grob etwa 19–22 m³/h
- mechanische Vorfilterung als Bürstenfilter oder kompakter Trommelfilter
- biologische Filterstufe dahinter
- regelbare Pumpe passend zur Förderhöhe
Bei einem sehr druckarmen Schwerkraftsystem kann die PP30-75 interessant sein. Entsteht mehr Förderhöhe, ist eine FF30 die bessere Richtung.
Praxisbeispiel aus unserem Kanal: 10.000-Liter-Koiteich mit Bürstenfilter.
Beispiel 2: Koiteich mit etwa 30 m³
- 2 × DN110-Bodenabläufe
- 1 × DN110-Skimmer
- Gesamtdurchfluss grob etwa 29–34 m³/h
- leistungsfähiger Bürstenfilter oder Trommelfilter
- separate biologische Stufe sinnvoll
- regelbare Pumpentechnik mit ausreichender Reserve
Bei rund 30 m³ wird die saubere Aufteilung der Zuläufe wichtiger. Beide Bodenabläufe sollten einzeln bis zum Filter geführt werden. Der Skimmer bekommt ebenfalls eine eigene Leitung.
Praxisvideo aus unserem YouTube-Kanal als Ergänzung zu Beispiel 2.
Beispiel 3: Koiteich mit etwa 50 m³
- 4 × DN110-Bodenabläufe als plausible Ausgangsgröße
- 1 × DN110-Skimmer, bei großer Oberfläche gegebenenfalls mehr
- Gesamtdurchfluss grob etwa 49–58 m³/h
- Trommelfilter oder entsprechend groß ausgelegter Bürstenfilter
- großzügige biologische Filterstufe
- mehrere Pumpen oder leistungsstarke Pumpenkombination je nach Hydraulik
Bei großen Teichen ist Redundanz interessant. Zwei Pumpen können betrieblich sinnvoller sein als eine einzelne sehr große Pumpe, weil sich Leistung anpassen lässt und bei einem Ausfall nicht die gesamte Umwälzung stillsteht.
Praxisvideo aus unserem YouTube-Kanal als Ergänzung zu Beispiel 3.
Filter nicht nur nach Teichvolumen wählen
Besatz und Fütterung bestimmen die reale Belastung erheblich. Ein 30-m³-Teich mit wenigen Koi stellt andere Anforderungen als derselbe Teich mit hohem Besatz und intensiver Fütterung.
Bürstenfilter oder Trommelfilter?
Ein Bürstenfilter ist einfach, nachvollziehbar und günstig, braucht aber manuelle Reinigung. Ein Trommelfilter automatisiert die mechanische Vorfilterung weitgehend, ist dafür technisch komplexer und teurer.
Den direkten Vergleich findest du im Ratgeber Trommelfilter oder Bürstenfilter?.
Biologische Filterung separat denken
Nach der mechanischen Vorfilterung folgt die biologische Stufe. Dafür kommen zum Beispiel Hel-X, Japanmatten oder Siporax infrage.
UVC als eigene Planungsgröße
Die UVC-Leistung sollte zur Wassermenge, Trübung, Durchflussmenge und Bauart des Systems passen. Als grobe Orientierung werden bei Koiteichen häufig leistungsstarke UVC-Lösungen eingesetzt; die konkrete Dimensionierung sollte aber zusammen mit Filter und Durchfluss erfolgen.
Rohrdimensionen nicht nachträglich verengen
DN110-Zuläufe sollten bis zum Filter groß bleiben. Pumpenrückläufe können je nach Pumpentyp und Volumenstrom kleiner dimensioniert werden. Mehr dazu findest du unter Teich verrohren: DN110, DN75 und DN50.