Teichfilter starten: Wann Filterbakterien sinnvoll sind – und was sie nicht ersetzen

Filterbürsten in einer Teichfilterkammer beim Filterstart

Ein neuer oder komplett gereinigter Teichfilter ist biologisch nicht sofort voll belastbar. Die Filtermedien müssen erst von den Mikroorganismen besiedelt werden, die gelöste Stoffwechselprodukte umsetzen. Filterbakterien können diesen Start unterstützen – sie ersetzen aber weder Zeit noch eine passende Filterdimensionierung.

Warum ein neuer Filter einlaufen muss

Koi scheiden über Kiemen und Kot stickstoffhaltige Stoffe aus. In einem funktionierenden Biofilter werden diese schrittweise umgesetzt. Dafür braucht es genügend besiedelte Oberfläche, Sauerstoff, Durchströmung und Zeit.

Gerade in den ersten Wochen sollte deshalb nicht einfach davon ausgegangen werden, dass ein neuer Filter schon dieselbe Belastung verträgt wie eine eingefahrene Anlage.

Wasserwerte beim Filterstart messen

Während der Einlaufphase sind besonders Ammonium/Ammoniak und Nitrit interessant. Auch pH und KH spielen eine Rolle, weil biologische Prozesse die Wasserchemie beeinflussen.

Für eine breitere Kontrolle führen wir den JBL Testlab Koi und den kleineren JBL Koi Testkoffer.

Wann Filterbakterien sinnvoll sind

  • bei einer neu gestarteten Filteranlage,
  • nach einer sehr starken Filterreinigung,
  • nach längerem Stillstand,
  • wenn biologische Filtermedien neu eingesetzt wurden.

Im Shop gibt es dafür unsere Filterbakterien 1 / 5 Liter sowie Microbe-Lift Super Start.

Mehr Bakterien bedeutet nicht sofort mehr Filterleistung

Ein Bakterienpräparat kann nur dann sinnvoll arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Eine zu kleine Biofilterstufe wird durch eine höhere Dosierung nicht plötzlich größer. Ebenso wenig helfen Filterbakterien gegen fehlenden Sauerstoff oder schlechten Wasserdurchsatz.

Biologische Filtermedien passend auswählen

Für den Biofilter führen wir unter anderem Hel-X H2X36, Japanische Filtermatten und Sera Siporax Pond.

Welche Variante zum Filter passt, erklären wir im Ratgeber Hel-X, Japanmatte oder Siporax?.

Beim Start nicht unnötig stark füttern

Je mehr gefüttert wird, desto höher ist die Belastung für die noch junge Filterbiologie. Deshalb sollte die Futtermenge zum tatsächlichen Zustand des Filters passen. Steigende Nitritwerte sind ein klares Zeichen, genauer hinzusehen und die Belastung nicht weiter zu erhöhen.

Filtermaterial nicht steril reinigen

Biologische Filtermedien müssen nicht ständig „wie neu“ aussehen. Eine Reinigung sollte nur so weit erfolgen, wie es für Durchfluss und Funktion notwendig ist. Aggressive Reinigung kann einen großen Teil des Biofilms entfernen und die Anlage biologisch zurückwerfen.

Sauerstoff ist Teil der Filterleistung

Nitrifizierende Mikroorganismen brauchen Sauerstoff. Besonders bei bewegten Filtermedien gehört deshalb eine zuverlässige Belüftung zur Funktion der Filterstufe. Grundlagen dazu findest du im Ratgeber Teichbelüftung richtig aufbauen.